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Heiner Geißler Interview   11.04.2010

Hartz 4 a main cause

Jörg Schönenborn: Was ist denn falsch gelaufen? Die Zeit als Sie aktiver Minister waren, war bei Menschen, die von geringen Löhnen leben, der Anteil, der auf staatlicher Unterstützung angewiesen ist sehr viel geringer. Auf der Zeitachse ist die Zahl ständig gewachsen. Sie haben gerade alle 12 Millionen genannt, das ist mehr als jeder zehnte in unserer Gesellschaft. Hat es da irgendwo eine Weichenstellung gegeben, die die Politik nicht gefunden hat?

Heiner Geißler: Ja, das war die Agenda 2010 nach meiner festen Überzeugung, weil die Hartz 4-Gesetzgebung die Schleusen nach unten geöffnet hat. Und die Arbeitsmarktpolitik, die von den Leuten heute verlangt, daß sie im Grunde genommen jeden Job annehmen, der ihnen angeboten wird, gemäß einem Satz der, wenn man über ihn nachdenkt, dannerkennt man sofort, daß er nicht richtig sein kann: "Jeder Job ist besser als keiner". Dies ist ein Nonsense-Satz. Demnach ist Sklavenarbeit auch ein Job, auch Arbeit. Und auch die Nazis haben die Leute arbeiten lassen, und die Amerikaner haben mit Sklavenarbeit sogar auch Erfahrung.
Es muß eine menschenwürdige Arbeit sein, und die Menschen müssen davon leben können. Dieses Fundament [...] ist eben durch Hartz 4 vollkommen zerstört worden.




 

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