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Zitate von John Kenneth Galbraith



Wir werden im Denken und Handeln die Diener der Maschine, die wir entwickelt haben, um uns zu dienen.


Beginnen wir mit Kapitalismus, ein Wort das weitgehend aus der Mode gekommen ist. Der heute zugelassene Term ist die Marktwirtschaft. Diese Verschiebung minimiert - löscht regelrecht aus - die Rolle von Reichtum im wirtschaftlichen und sozialen System. Und es streift ab die widrige Assoziation mit Marx. Das Ruder haben nicht mehr die Kapitalbesitzer oder ihre Diener in der Hand, heute haben wir die vorzüglich unpersönlichen Kräfte des Marktes. Eine Terminologie mehr im Interesse derer denen Geld Macht verleiht ist kaum vorstellbar. Sie besitzen nun funktionale Anonymität.
"Der Freie Markt-Schwindel", in Progressive Magazine, Januar 1999 [englisch]



Der moderne Konservative ist mit einer der ältesten moral-philosophischen Übungen der Menschheit beschäftigt - die Suche nach einer besseren moralischen Rechtfertigung für Selbstsucht.


Die herkömmliche Sichtweise schützt uns vor der schmerzlichen Arbeit des Denkens.


Der Feind der herkömmlichen Meinung sind nicht Ideen sondern der Lauf der Dinge.


Am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts brauchten nur wenige Leute einen Werbefachmann, der ihnen sagte was sie wollten.


Humor belohnt reichlich die Person die ihn anwendet. Er ist nützlich um Aufmerksamkeit zu gewinnen und zu halten, aber einen Überzeugungswert hat er überhaupt nicht.


[In all life one should comfort the afflicted, but verily, also, one should afflict the comfortable, and especially when they are comfortably, contentedly, even happily wrong.]


Wir stimmen alle überein: Pessimismus ist ein Kennzeichen eines hervorragenden Intellekts.


Leute die sich in günstigen Umständen befinden schreiben ihre Lage ihrer Tugend zu.


In jeder großen Organisation ist es viel, viel sicherer mit der Mehrheit falsch zu liegen als der Einzige zu sein der recht hat.


Alle großen Staatsmänner hatten eines gemeinsam: Die Bereitschaft sich der größten Sorge der Leute jener Zeit eindeutig zu stellen.


Die Wirtschaft eignet sich hervorragend als eine Beschäftigungsform für Wirtschaftswissenschaftler.


Über unseren Augenbrauen mögen Falten geschrieben werden, sie dürfen aber nicht über unser Herz geschrieben werden. Der Geist sollte nie alt werden.


Unter Kapitalismus werden Menschen von Menschen ausgebeutet. Unter Kommunismus ist es genau umgekehrt.


Die sichtbar Reichen preisen meistens die charakterbildenden Vorzüge der Entbehrungen der Armen.


Während er alltägliche Produkte in einem Supermarkt kauft ist ein Mensch in Kontakt mit seinen innersten Gefühlen.


Ein schlechtes Buch ist umso schlechter weil es nicht bereuen kann. Die Masse der Menschen in Unwissen zu halten war schon immer die Politik des Teufels. Nachdem er entdeckt hatte, daß sie zum Lesen neigen, tut er alles in seiner Macht ihre Bücher zu vergiften.


Vor der Wahl gestellt entweder seine Meinung zu ändern oder zu beweisen, daß es nicht nötig ist, macht sich jeder an der Formulierung des Beweises heran.


Der einzige Zweck wirtschaftlichen Prognostizierens ist es, Astrologie respektabel erscheinen zu lassen.


Das Fach Wirtschaft hat eine profunde Neigung zum Klischee, in Resonanz mit langer Weile. Es gibt wenige andere Themen bei denen ein amerikanisches Publikum so geübt ist die Ohren und den Geist abzuschalten. Und keiner kann behaupten diese Reaktion ist schlecht beraten.


Alle erfolgreiche Revolutionen stellen das Eintreten einer verfaulten Tür dar.


Wenn sonst nichts wirkt, ein spektakulärer Fehler sichert die Unsterblichkeit immer.


Der Prozess durch den die Banken Geld machen ist so einfach, daß man sich die Augen reiben muß.


Mit der Ausnahme der pathologischen Romantiker erkennt heute jeder, daß dies nicht das Zeitalter des kleinen Mannes ist.


Zu wissen was man nicht weiß ist einer der größten wirtschaftlichen Weisheiten.


Nur wenige finden, daß Leiden, besonders von anderen sinnlos ist. Etwas Widerliches muß doch nützliche wirtschaftliche Auswirkungen haben.


Die große Dialektik unserer Zeit ist nicht, wie seit Urzeiten geglaubt zwischen Kapital und Arbeit, es ist zwischen Wirtschaftsunternehmung und dem Staat.


Sitzungen sind unverzichtbar wenn man nichts erreichen will.


In der Wirtschaftslehre koexistieren Hoffnung und Glaube mit großer wissenschaftlicher Anmaßung sowie mit einem tiefen Verlangen nach Achtbarkeit.